Frankopolax arbeitet in Rouen, Frankreich – als Autodidakt und geprägt von mehr als nur visueller Kunst. Vor dem Spitznamen Frankopolax gab es den Spitznamen Cumbone, und davor zwei Jahre an der École du Cirque Fratellini, wo er etwas entdeckte, das haften blieb: Er ist ein Clown im umfassendsten Sinne, egal unter welchen Umständen. Dieser Zirkushintergrund, plus Malerei, Musik und Schreiben, fließen direkt in die Charaktere ein, die auf Deckarts-Decks landen – darunter Wormy, Wetty und Tommy the Tomato.
Das Interview
Du bist Autodidakt und arbeitest außerhalb der traditionellen Kunstwelt. Wie ist Frankopolax entstanden – und wie würdest du deinen Stil jemandem beschreiben, der ihn zum ersten Mal sieht?
„Mein Charakter und mein Stil sind aus der Ansammlung all dessen entstanden, was ich mir zwischen 15 und 30 Jahren selbst beigebracht habe, würde ich sagen: Malerei, Schauspiel, Zirkuskünste, Musik und Schreiben. Ich interessierte mich für alle Ausdrucksformen. Die Malerei nahm lange Zeit Überhand, aber in letzter Zeit messe ich meinen anderen Interessen wieder mehr Bedeutung bei. Grafikdesign ist jedoch immer noch das, wovon ich lebe. Ich würde meinen Stil als spontan, punkig, festlich und großzügig beschreiben.“
In deiner Arbeit steckt eine echte Clown-/Cartoon-Energie – chaotisch, aber kontrolliert. Woher kommt dieser Instinkt?
„Mein Stil kommt von meiner explosiven Persönlichkeit. Ich habe in meinen Zwanzigern zwei Jahre lang die École du Cirque Fratellini besucht, und dort habe ich entdeckt, dass ich ein Clown bin. Seit diesem Tag bin ich immer einer gewesen, egal unter welchen Umständen.“
Du bist von „Cumbone“ zu „Frankopolax“ übergegangen. Was hat sich geändert, und was bedeutet dieses neue Kapitel für dich?
„Als ich vor mehr als 15 Jahren den Spitznamen Cumbone wählte, zeichnete ich viele Knochen und kleine explodierende Kondome. Ich dachte mir, dass niemand den Mut hätte, einen solchen Spitznamen zu wählen. Ich beschloss, ihn zu ändern, weil ich das Gefühl hatte, alle Ideen und Möglichkeiten um diese Figur herum erkundet zu haben. Für mich ist alles miteinander verbunden, also beschloss ich, meine alte Haut abzustreifen und etwas von Grund auf neu zu beginnen. Nun, nicht ganz von Grund auf neu. Frankopolax war tatsächlich ein Spitzname, den ich vor etwa 20 Jahren benutzte, als ich Gedichte schrieb. Ich beschloss, ihn wieder aufleben zu lassen und heute zu verwenden, um mich als vollständigen Künstler zu präsentieren. Ich mache Design, Comedy, schreibe und komponiere und spiele Musik in mehreren Bands. Das kommt meiner wahren Persönlichkeit viel näher. Ich mache gerne ein bisschen von allem – sonst, glaube ich, würde ich mich sehr schnell langweilen.“
Deine Figuren – Wormy, Wetty, Tommy the Tomato – wirken lebendig, als würden sie auftreten. Woher kommen sie?
„Das kommt von der Idee, unbelebten Objekten Leben einzuhauchen. Die Japaner machen das viel mit Verpackungen, und das ist definitiv eine meiner Inspirationsquellen. Aber ich lasse mich ebenso von afrikanischen Masken oder, einfacher ausgedrückt, von der gesamten Cartoon-Welt inspirieren.“
Deine Arbeit schwankt zwischen totaler visueller Sättigung und reduzierten, einstrichenen Stücken. Woher weißt du, wann ein Stück mehr oder weniger braucht?
„Ich habe keine Ahnung, haha. Es ist wirklich Bauchsache. Ich arbeite in Zyklen, aber ich muss immer erst eine Weile um eine Idee herumkreisen, bevor ich handle. Ich betrachte die Oberfläche oder das Objekt, an dem ich arbeiten werde, und lasse die Ideen ein paar Tage lang auf mich wirken. Dann treffe ich meine Wahl und lege los.“
Wie spiegelt sich Rouen – oder Frankreich – in deiner Arbeit wider?
„Ich habe versucht, Dinge in Paris zu machen, aber das ist mir einfach zu sehr eine Kriegszone. Ich zog es vor, in Rouen zu bleiben, das nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernt ist, und lebe dort friedlich mit meiner Tochter. Rouen ist auch der Wohnort von Adrien Bullard, einem sehr guten Skateboarder. Es ist tatsächlich ihm zu verdanken, dass ich angefangen habe, Skateboards zu bemalen.“
Was ging dir durch den Kopf, als du deine Arbeit zum ersten Mal auf einem echten Skateboard-Deck sahst?
„Ehrlich gesagt war ich sehr zufrieden mit der Wirkung des Ergebnisses, und da wurde mir klar, dass ein Skateboard unbestreitbar eine Art totemische Qualität besitzt.“
Du hast gesagt, du behandelst Boards nicht als flache Oberflächen, sondern „belebste“ sie. Was erlaubt dir ein Skateboard, was Papier oder Leinwand nicht können?
„Im Gegensatz zu einer Leinwand oder einem Blatt Papier ist ein Skateboard in erster Linie ein Objekt, daher kann ich es viel leichter manipulieren. Ich kann es transformieren, seinem ursprünglichen Zweck entfremden, zerschneiden, zusammenfügen… Das ist viel anregender für meine Kreativität.“
Welcher deiner Charaktere auf unseren Decks liegt dir am meisten am Herzen und warum?
„Ich mag Wetty sehr, weil sie schüchtern, unbeholfen und gestresst wirkt, aber auch unglaublich nett. Sie ist die Art von Charakter, bei der man sagen möchte: ‚Hey, komm schon, entspann dich ein bisschen und häng mit uns ab.‘“
Deine Arbeit ist kühn und ein wenig grotesk – im besten Sinne. Was würdest du jemandem sagen, der sie liebt, sich aber unsicher ist, so etwas Wildes an seine Wand zu hängen?
„Das ist eine gute Frage. Ich würde sagen, dass es manchmal, inmitten einer übertrieben polierten Ästhetik, gut ist, ein bisschen Verrücktheit hereinzubringen. Das schafft einen Kontrast in einem Interieur, und im Allgemeinen ist es etwas, das niemanden gleichgültig lässt.“
Wo können die Leute dir folgen und mehr sehen?
„Folgt mir auf jeden Fall vorerst auf Instagram. Dort veröffentliche ich die große Mehrheit meiner Arbeiten und Inhalte.“
Aktuell: "BLUE BOO" in der Galerie Alexandre
Neben den Decks in diesem Interview teilte Frankopolax ein neues Stück aus einer aktuellen Ausstellung. In seinen eigenen Worten, auf Instagram gepostet: „BLUE BOO – eine neue Deck aus meiner laufenden Ausstellung, zu entdecken @galerie.alexandre bis Anfang Juli“ – eine neue Deck aus seiner laufenden Ausstellung, zu sehen in der Galerie Alexandre bis Anfang Juli.
„BLUE BOO“ ist nicht Teil des Deckarts-Katalogs – es wird hier gezeigt, um einen Einblick in Frankopolax' aktuelle Arbeiten außerhalb der Decks zu geben.
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Alle drei aktuellen Decks von Frankopolax – Wormy, Wetty und Tommy the Tomato – sind Einzeldecks zu je 140 €. Sieh dir die komplette Frankopolax-Kollektion für alle drei an und folge ihm auf Instagram für neue Arbeiten.
En français
L'interview (en français)
Frankopolax travaille depuis Rouen — autodidacte, façonné par bien plus que le seul art visuel. Avant le pseudo Frankopolax, il y a eu Cumbone, et avant ça, deux ans à l'École du Cirque Fratellini, où il a découvert quelque chose qui ne l'a plus jamais quitté : il est clown, dans le sens le plus complet du terme, quelles que soient les circonstances. Ce passage par le cirque, ajouté à la peinture, la musique et l'écriture, nourrit directement les personnages qui finissent sur les decks deckarts — Wormy, Wetty et Tommy the Tomato parmi eux.
Tu es autodidacte et tu travailles en dehors du monde de l'art traditionnel. Comment Frankopolax est-il né — et comment décrirais-tu ton style à quelqu'un qui le découvre pour la première fois ?
« Mon personnage et mon style sont nés de l'accumulation de tout ce que j'ai appris en autodidacte entre 15 et 30 ans, je dirais : la peinture, le jeu d'acteur, les arts du cirque, la musique et l'écriture. Je m'intéressais à toutes les formes d'expression. La peinture a pris le dessus pendant longtemps, mais récemment j'ai redonné de l'importance à mes autres centres d'intérêt. L'art graphique reste ce qui me fait vivre, cependant. Je décrirais mon style comme spontané, punk, festif et généreux. »
Il y a une vraie énergie de clown, de cartoon dans ton travail — chaotique mais maîtrisée. D'où vient cet instinct ?
« Mon style vient de ma personnalité explosive. J'ai fait l'École du Cirque Fratellini pendant deux ans dans la vingtaine, et c'est là que j'ai découvert que j'étais un clown. Depuis ce jour, j'en suis toujours un, quelles que soient les circonstances. »
Tu es passé de « Cumbone » à « Frankopolax ». Qu'est-ce qui a changé, et que représente ce nouveau chapitre pour toi ?
« Quand j'ai choisi le pseudo Cumbone il y a plus de 15 ans, je dessinais beaucoup d'os et de petits préservatifs qui explosent. Je me disais que personne n'oserait choisir un pseudo pareil. J'ai décidé d'en changer parce que j'avais l'impression d'avoir exploré toutes les idées et possibilités autour de ce personnage. Pour moi, tout est lié, donc j'ai décidé de me défaire de cette ancienne peau et de repartir de zéro. Enfin, pas complètement de zéro. Frankopolax était en fait un pseudo que j'utilisais il y a environ 20 ans, quand j'écrivais de la poésie. J'ai décidé de le reprendre et de m'en servir aujourd'hui pour me présenter comme un artiste complet. Je fais du design, de la comédie, de l'écriture, et je compose et joue de la musique dans plusieurs groupes. C'est beaucoup plus proche de ma vraie personnalité. J'aime faire un peu de tout — sinon, je pense que je m'ennuierais très vite. »
Tes personnages — Wormy, Wetty, Tommy the Tomato — semblent vivants, comme s'ils étaient en train de jouer une scène. D'où viennent-ils ?
« Ça vient de l'idée de donner vie à des objets inanimés. Les Japonais font beaucoup ça avec les emballages, et c'est clairement une de mes sources d'inspiration. Mais je suis tout autant inspiré par les masques africains, ou plus simplement, par tout l'univers du cartoon. »
Ton travail oscille entre une saturation visuelle totale et des pièces épurées, à geste unique. Comment sais-tu quand une pièce a besoin de plus, ou de moins ?
« Aucune idée, haha. C'est vraiment une question de ressenti. Je fonctionne par cycles, mais j'ai toujours besoin de tourner autour d'une idée un moment avant de passer à l'action. Je regarde la surface ou l'objet sur lequel je vais travailler et je laisse les idées venir à moi pendant quelques jours. Ensuite je fais mon choix et je me lance. »
Comment Rouen — ou la France — se retrouve dans ce que tu fais ?
« J'ai essayé de faire des choses à Paris, mais c'est trop une zone de guerre pour moi. J'ai préféré rester à Rouen, pas trop loin de la capitale, et j'y vis tranquillement avec ma fille. Rouen, c'est aussi là que vit Adrien Bullard, un très bon skateur. C'est d'ailleurs grâce à lui que j'ai commencé à peindre des skateboards. »
Qu'est-ce qui t'est passé par la tête la première fois que tu as vu ton travail sur un vrai skateboard ?
« Honnêtement, j'étais vraiment content de l'efficacité du résultat, et c'est là que j'ai réalisé qu'un skateboard a indéniablement une sorte de qualité totémique. »
Tu as dit que tu ne traites pas les planches comme des surfaces plates, mais que tu les « réanimes ». Qu'est-ce qu'un skateboard te permet de faire que le papier ou la toile ne permettent pas ?
« Contrairement à une toile ou une feuille de papier, un skateboard est avant tout un objet, donc je peux le manipuler beaucoup plus facilement. Je peux le transformer, le détourner de son usage d'origine, le découper, l'assembler… C'est beaucoup plus stimulant pour ma créativité. »
Parmi tes decks chez nous, quel personnage t'est le plus cher, et pourquoi ?
« J'aime beaucoup Wetty parce qu'elle a l'air timide, maladroite et stressée, mais aussi incroyablement gentille. C'est le genre de personnage qui donne envie de dire : « Allez, détends-toi un peu et viens traîner avec nous. » »
Ton travail est audacieux et un peu grotesque — dans le bon sens du terme. Que dirais-tu à quelqu'un qui adore ça mais qui hésite à accrocher quelque chose d'aussi fou chez lui ?
« Bonne question. Je dirais que parfois, au milieu d'une esthétique trop léchée, ça fait du bien d'apporter un peu de folie. Ça crée un contraste dans un intérieur, et en général, c'est quelque chose qui ne laisse personne indifférent. »
Où les gens peuvent-ils te suivre et voir plus de ton travail ?
« Suivez-moi sur Instagram pour l'instant, c'est vraiment là. C'est là que je publie la grande majorité de mon travail et de mon contenu. »
Boutique Frankopolax
Les trois decks actuels de Frankopolax — Wormy, Wetty et Tommy the Tomato — sont des decks simples à 140€ chacun. Retrouvez la collection Frankopolax complète, et suivez-le sur Instagram pour ses nouveautés.
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